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Das aktuelle Begbie Video zum Song "Live For Today" hat innerhalb von 2 Wochen fast 100 000 Klicks auf myvideo ergattert.
Die Arbeiten zur Dokumentation "A Partial Print" zur Tiger Lou Tour 2008 sind wieder in vollem Gange. Wir hoffen bald den Gold-Status zu erreichen.
Die MICHME DVD zur Entstehung des "Magdeburg" Albums wird am 25. Mai erscheinen mehr Informationen unter Michme.de
Impressionen zu unseren Arbeiten gibt es in der Filmgalerie
Die Wiedereinführung des Styroporflugzeugs.
Videospaziergang mit dem Kulturschwaermer
Momentan machen sich Begbie live etwas rar in der Stadt. Erst im Januar spielen die drei Magdeburger wieder an der Elbe. Was aber nicht heißt, dass Christoph "Schöne" Schönefeldt und Alexander und Benjamin Koßmann musikalisch auf der faulen Haut liegen: Für die neue Single "Live For Today" haben Begbie ein Video gedreht, welches im Dezember seinen Release feiert. kulturschwärmer hat die konzertfreie Zeit genutzt, um mit Sänger und Bassist Schöne und dem Produzenten des Videos, Matthias Fritsche, einen etwas anderen Spaziergang zu unternehmen. Fernab von der Natur verlief der Spaziergang diesmal virtuell und online entlang verschiedener Videoprojekte im Schnittraum von lichtempfindlich. Dort erfuhren wir, was gute Ideen ausmacht, wie man ohne Budget dreht und wie eine Kleingartensparte zum Flugzeugfriedhof wurde.
[Wir starten den Onlinerundgang bei einer lichtempfindlich-Produktion: In My Days – This Is Love. In dem Video ist die Band zu sehen, wie sie unter der Brücke des Magdeburger Wasserstraßenkreuzes ihren Song performt.]
Das ist das erste Video der Kollegen von In My Days. Ist das erste Musikvideo eigentlich ein Ritterschlag für eine Newcomerband?
CS: Früher war das vielleicht so. Musikvideos zu machen war teuer. Und wenn eine Band dann eines gedreht hat, wusste man: Jetzt ist ein großer Schritt passiert. Aber heutzutage müssen Videos nicht von Grund auf viel Geld kosten. Viele Bands machen Videos auch einfach, um sich visuell zu präsentieren. MF: Klar, es ist ein erster Schritt vom Proberaum weg, um Gesichter zu zeigen, die Band bekannt zu machen. Aber als Ritterschlag würde ich es heute nicht mehr sehen.
Matthias, lichtempfindlich wirbt mit Individualismus – kann so eine einfache Darstellung der Performance überhaupt individuell sein?
MF: Du kannst in einem Video eine Story machen oder eine Performance. "In My Days" habe ich geraten, auf die Performance zu setzen. Für ein Story-Video brauchst du wirklich ein Budget. Du brauchst Schauspieler, damit das Ganze authentisch rüberkommt. Aber bevor man sich da irgendwie vergreift und es dann komisch wirken könnte, ist es besser, erst mal was Simples zu machen und damit zu überzeugen. CS: Ich finde bei Matthias entsteht Individualismus schon dadurch, dass er sehr stark in Kontakt mit den Künstlern steht. Da wird von der Konzeptionierung des Videos bis zur Umsetzung nichts undiskutiert gelassen. Bei unseren Videos wollte er zum Beispiel immer genau den Song hören und auch den Text lesen. Ich glaube, er sieht sich nicht als Dienstleister, sondern ist selbst als Künstler beteiligt.
[Nächster Lokalklick: Es turnen Vit-Armin-B, Tomas Tulpe & Co. in "Alles elektrisch" über den Bildschirm, in der Videobeschreibung steht, das Video sei ohne Budget gedreht worden.]
Wie wichtig ist denn bei einem solchen Videodreh der finanzielle Faktor?
CS: Alles hat seinen Preis, aber ich tue mich immer schwer mit solchen Informationen wie "Low-Budget". Das hat für mich nichts mit der Idee zu tun. Denn wenn die Idee gut ist, dann kann das Budget so klein sein wie noch nie. [Er startet das Video von OK go – Here it goes again. Das ganze Video hat nur eine statische Einstellung, man sieht sechs Laufbänder, auf denen die Bandmitglieder eine synchronisierte Choreografie zeigen.] Das ist beispielsweise ein Wahnsinnsvideo. Die Band ist weltbekannt geworden mit dem Video. Das ist einfach nur eine Idee, die wirklich gut ist, auch ohne Riesenbudget.
…und woran erkennt man eine gute Idee?
MF: Das beste Anzeichen ist, dass man sich das Video bis zum Schluss anguckt. Und eventuell auch ein zweites Mal.
Was kann man denn falsch machen, so dass die Leute zu schnell wegklicken?
MF: Das Plumpeste, was du machen kannst, ist im Bild zu zeigen, was im Text gesagt wird. Man verbindet das Lied oft genau mit der Situation, in der man es zum ersten Mal gehört hat. Das kann bei Videos fatal sein: Du gibst den Leuten Bilder vor, die sie sich dann jedes Mal wieder vorstellen. CS: Das ist eine Sache, die früher ganz anders war. Da hat man einen Song meistens zuerst im Radio gehört. Wenn du heute irgendwo einen Song hörst, dann gibt es mittlerweile Apps, die dir jegliche Informationen über das Lied und die Band ausspucken. Dann gehst du auf die Website, hast dann meistens auch ein Video dazu.
[Genau das machen die beiden jetzt auch und steuern die nächste Station unseres Videospaziergangs an, dessen Idee sie für besonders gelungen halten: In "Let Love Rule" von Lenny Kravitz und Justice besteht das Video aus einem Abspann, um den sich die Story formt.] Anscheinend kommen einige Musikvideos auch ohne die dazugehörige Band aus...
MF: Bei Justice ist beispielsweise die Band in ihren Videos eigentlich nie zu sehen. Das stört mich aber überhaupt nicht... CS: ...ja, denn du hast hier auch das Gefühl, das etwas rüberkommt. Was in "Let Love Rule" passiert, passt einfach zur Musik. Im Gegensatz dazu gibt's ebenso Videos, in denen man die Künstler die ganze Zeit sieht und der Clip so voll ist, dass er auch mal vom Song ablenkt.
[Dann kommt der Höhepunkt unseres Spaziergangs: Das neue Video von Begbie zu ihrem Song Live For Today. Natürlich werden wir hier nichts verraten. Nur so viel: Styroporflugzeuge spielen eine große Rolle.] In dem Video ist die Band ja auch nicht so wirklich zu sehen…
CS: Das ist ja eben der kleine Kniff: Das Video zeigt zwar die Band, aber nicht die "richtige" Band. Es geht im Video darum zu zeigen, dass das Dargestellte etwas ist, was man gern wieder hätte. Unbeschwert durch die Welt gehen, sich hinsetzen, die Zeit genießen, Flugzeuge basteln.
Gibt es denn eine Anekdote zum Videodreh?
MF: Anekdoten mag ich eigentlich gar nicht erzählen. Das würde zu viel vom Zauber nehmen. Wenn man einen Film guckt, braucht man ja auch nicht unbedingt ein Making Of. Oder du brauchst keine Anekdote dazu á la die Polizei hat uns erwischt und wir mussten Strafe zahlen, weil die Kinder auf der Straße gespielt haben. Das trägt nichts zum Endprodukt bei – man kann es so stehen und wirken lassen.
Wo habt ihr das Video denn gedreht?
CS: In Magdeburg bei einer Kleingartensparte. Mit Kaffee und Kuchen und den Muttis der Kinder (grinst). Und beim Dreh sind sicher um die 10000 Flugzeuge zu Bruch gegangen. MF: Ja, aber wer hatte die nicht! (lacht) Das ist die Wiedereinführung des Styroporflugzeugs! Das ist ein neuer Trend, die wird man demnächst überall in Magdeburg sehen.
Zuletzt der Blick in die Zukunft. Gibt es aktuelle Pläne, an denen ihr sonst noch arbeitet?
CS: Ja, eine wichtige Sache hätten wir fast vergessen. Das Projekt heißt Bridge The Gap. Das ist eine Akustikreihe, die dem Namen nach auch immer etwas mit Brücken zu tun hat. Bezüglich Musikvideos: Für viele Bands ist es überhaupt erstmal wichtig, ein gutes visuelles Erscheinungsbild zu erzeugen. Dafür soll dieses Projekt eine Möglichkeit bieten – auch um Musiker mal ganz anders zu erleben. Am besten guckt man sich das auf der Website selbst an: www.bridgethegapmusic.com.
Interview: Daniel Jakubowski
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